Wie unser Honig entsteht – von der Blüte bis ins Glas

Honig ist kein industriell hergestelltes Produkt. Er entsteht durch das Zusammenspiel von Natur, Bienen und sorgfältiger imkerlicher Arbeit. Jedes Glas Honig aus unserer Imkerei ist das Ergebnis vieler tausend Blütenbesuche, gesunder Bienenvölker und einer schonenden Verarbeitung.

Insgesamt ist Honig eines der aufwendigsten Lebensmittel die wir unseren Küchen finden, den größten Teil der Arbeit übernehmen jedoch die vielen Bienen. Wir begleiten unsere Bienen durch das ganze Jahr, achten auf ihre Entwicklung, ihre Gesundheit und ihre Versorgung. Der Honig wird von unseren Bienen gesammelt, im Bienenvolk verarbeitet und von uns erst dann geerntet, wenn er reif ist. Nach dem der Honig aus der Schleuder läuft, wird er gesiebt, je nach Sorte gerührt und schließlich von Hand abgefüllt.

Wie machen Bienen Honig

Die Grundlage für Honig ist Nektar oder Honigtau. Nektar wird von Blütenpflanzen gebildet und von den Bienen gesammelt. Honigtau entsteht vor allem an Bäumen und Pflanzen durch zuckerhaltige Ausscheidungen verschiedener Läuse und ist die Grundlage für kräftigere Honige wie Waldhonig.

Unsere Bienen fliegen je nach Jahreszeit unterschiedliche Pflanzen an. Im Frühjahr können das zum Beispiel Obstblüten, Löwenzahn, Raps oder andere Frühblüher sein. Im Sommer kommen viele weitere Blüten, Wiesenpflanzen, Linden, Brombeeren, Kräuter und je nach Standort auch Waldtrachten hinzu. Dadurch entstehen Honige mit unterschiedlicher Farbe, Konsistenz und geschmacklichem Charakter.

Beim Sammeln nehmen die Bienen den Nektar mit ihrer Honigblase auf und tragen ihn zurück in den Bienenstock. Dort geben sie ihn an andere Bienen weiter. Während dieser Weitergabe wird der Nektar mit körpereigenen Enzymen angereichert. Gleichzeitig entziehen die Bienen dem Nektar Wasser durch Verdunstung.

Dieser Vorgang ist entscheidend: Frischer Nektar enthält noch sehr viel Feuchtigkeit. Erst durch die Arbeit der Bienen wird daraus haltbarer Honig. Die Bienen lagern den eingedickten Nektar in Wabenzellen ein und fächeln mit ihren Flügeln Luft durch den Stock, damit weitere Feuchtigkeit verdunstet.

Wenn der Honig reif ist, verschließen die Bienen die gefüllten Wabenzellen mit einer dünnen Wachsschicht. Man sagt: Die Waben sind verdeckelt. Das ist für uns Imker ein wichtiges Zeichen dafür, dass der Honig einen ausreichend niedrigen Wassergehalt hat und geerntet werden kann. Dieser Wassergehalt wird von uns regelmäßig und verstärkt vor der Ernte mit einem Refraktometer kontrolliert. Denn nur Honig mit einem Wassergehalt von unter 18% genügt unseren Ansprüchen und ist haltbar und reif genug.

Unsere Arbeit mit den Bienenvölkern

Guter Honig beginnt nicht erst bei der Ernte. Er beginnt mit der sorgfältigen Betreuung der Bienenvölker.

Wir kontrollieren regelmäßig, ob unsere Völker gesund sind, genügend Platz haben und sich gut entwickeln. Dabei arbeiten wir so ruhig und schonend wie möglich. Die Bienen sollen in ihrem natürlichen Rhythmus arbeiten können. Unsere Aufgabe ist es, sie zu begleiten, ihnen gute Bedingungen zu schaffen und rechtzeitig zu erkennen, was ein Volk braucht.

Dazu gehört auch, den Bienen ausreichend Raum für Brut und Honigvorräte zu geben. Während der Trachtzeit setzen wir Honigräume auf, in denen die Bienen den überschüssigen Honig einlagern können. So bleibt der Brutraum für die Entwicklung des Volkes erhalten, während der Honigraum später geerntet werden kann.

Eine verantwortungsvolle Imkerei bedeutet für uns auch, nicht einfach „alles“ zu entnehmen. Die Gesundheit und Versorgung der Bienen stehen immer an erster Stelle. Nur reifer Honig aus geeigneten Waben wird geerntet.

Der richtige Zeitpunkt für die Honigernte

Honig wird nicht nach Kalender geerntet, sondern nach Reife. Der genaue Zeitpunkt hängt vom Wetter, der Blüte, dem Standort und der Entwicklung der Bienenvölker ab.

Vor der Ernte prüfen wir die Honigräume sorgfältig. Wichtig ist, dass der Honig reif ist und einen niedrigen Wassergehalt hat. Zu feuchter Honig wäre nicht lagerstabil. Deshalb verlassen wir uns nicht nur auf den äußeren Eindruck der Waben, sondern kontrollieren die Reife gewissenhaft.

Erst wenn der Honig erntereif ist, nehmen wir die Honigwaben aus dem Volk. Dabei achten wir darauf, die Bienen möglichst wenig zu stören. Die Waben werden bienenfrei entnommen und anschließend zügig in den Schleuderraum gebracht.

Die Ernte: Von der Wabe in die Schleuder

Nach der Entnahme werden die Honigwaben zunächst entdeckelt. Das bedeutet, dass die feine Wachsschicht, mit der die Bienen die reifen Honigzellen verschlossen haben, vorsichtig entfernt wird.

Anschließend kommen die Waben in die Honigschleuder. Dort wird der Honig durch Zentrifugalkraft aus den Waben gelöst. Die Waben bleiben dabei erhalten und können den Bienen später wieder zum Ausbau oder zur weiteren Nutzung zurück gegeben werden.

Der frisch geschleuderte Honig fließt aus der Schleuder in einen Behälter. In diesem Zustand enthält er noch kleine Wachsteilchen oder natürliche Schwebstoffe. Deshalb wird er anschließend gesiebt. Durch das feine Sieb mit 0,3qmm Maschenweite werden Wachsteilchen zurück gehalten. Wichtig ist dass hierbei kein Pollen im Sieb hängen bleibt, sondern weiterhin wichtiger Bestandteil des Honigs ist.

Warum Honig ruhen darf

Nach dem Sieben bekommt der Honig Zeit. Er ruht in lebensmittelechten Behältern, damit Luftbläschen und feinste Wachspartikel nach oben steigen können. Diese Schaumschicht wird vor dem Abfüllen sorgfältig entfernt.

Das Ruhen ist ein einfacher, aber wichtiger Schritt. Es sorgt dafür, dass der Honig klarer und sauberer ins Glas kommt, ohne dass er unnötig stark bearbeitet werden muss.

Cremiger oder flüssiger Honig

Je nach Honigsorte wird der Honig flüssig abgefüllt oder cremig gerührt. Ob Honig flüssig bleibt oder kristallisiert, hängt von seiner natürlichen Zusammensetzung ab. Honige mit einem höheren Anteil an Traubenzucker kristallisieren schneller. Das ist kein Fehler, sondern ein natürlicher Vorgang.

Für cremigen Honig wird der Honig während der beginnenden Kristallisation regelmäßig gerührt. Dadurch entstehen besonders kleine und feine Kristalle. Der Honig wird streichzart, ohne dass sich grobe Kristalle bilden.

Flüssige Honige werden abgefüllt, wenn sie von Natur aus länger flüssig bleiben oder wenn ihre Sorte dafür geeignet ist. Auch flüssiger Honig kann mit der Zeit kristallisieren. Das ist ein Zeichen seiner Natürlichkeit und kein Qualitätsmangel.

Die Abfüllung ins Glas

Wenn der Honig fertig gereift, gesiebt und gegebenenfalls gerührt ist, wird er in Gläser abgefüllt. Dabei achten wir auf sauberes Arbeiten, passende Lagerbedingungen und eine sorgfältige Kontrolle jedes Glases.

Jedes Glas wird verschlossen, etikettiert und für den Verkauf vorbereitet. Auf dem Etikett findest du wichtige Angaben wie Sorte, Herkunft, Füllmenge und Mindesthaltbarkeitsdatum.

Die Abfüllung erfolgt in kleinen Chargen. So behalten wir den Überblick über unsere Ernten und können nachvollziehen, aus welcher Saison und von welchem Standort der Honig stammt.

Was unseren Honig besonders macht

Unser Honig kommt aus unserer eigenen Imkerei. Das bedeutet: Wir kennen unsere Bienenvölker, unsere Standorte und jede Ernte. Wir wissen, wann der Honig geschleudert wurde, wie er verarbeitet wurde und welche Besonderheiten die jeweilige Saison hatte.

Wir möchten keinen standardisierten Massenhonig anbieten, der jedes Jahr gleich schmeckt. Unser Honig darf zeigen, woher er kommt. Ein Frühtrachthonig kann mild und hell sein, ein Sommerhonig aromatisch und kräftiger, ein Waldhonig dunkler und würziger. Diese Vielfalt entsteht nicht durch künstliche Zusätze, sondern durch die Natur.

Hierzu gehört auch, dass nicht jede Sorte immer verfügbar ist. Je nach Wetter und Stärke der Völker kann eine bestimmte Tracht auch mal wortwörtlich ins Wasser fallen. Dann können wir diese Sorte in diesem Jahr nicht und nur sehr beschränkt anbieten.

Vom Bienenstock direkt zu dir

Vom ersten Blütenflug bis zum fertigen Glas Honig liegt ein langer Weg. Unsere Bienen sammeln Nektar und Honigtau, verarbeiten ihn im Stock zu Honig und lagern ihn in den Waben ein. Wir prüfen die Reife, ernten die Waben, schleudern den Honig, sieben ihn, lassen ihn ruhen und füllen ihn sorgfältig ab.

So entsteht ein regionales Naturprodukt mit Charakter.

Jedes Glas Honig aus unserer Imkerei steht für echte Handarbeit, kurze Wege, nachvollziehbare Herkunft und den respektvollen Umgang mit unseren Bienen.

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